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gen – werden die vier Eichen nun als Symbol für die vier in einer Urkunde aus dem Jahr 1370 belegten “Althöfe” des heutigen Verl gesehen. 1938 Am 12. November wird das Teilstück Recklinghausen-Brackwede der Autobahn Köln-Hannover, die auch durch das Amt Verl führt, für den Verkehr freigegeben. Nur wenige Tage zuvor, in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November, wird die jüdische Familie Hope in ihrem Haus im Dorf Verl von nationalsozialistischen Schlägern überfallen. Beistand leistet ihr die benachbarte Familie Schmalenstroer. 1945 Amerikanische Truppen erreichen am 1. April das Amt Verl und bringen ihm das Ende des Krieges und des Nationalsozialismus. 6  |  Stadtinformationen Bei Kaunitz befreien sie 800 jüdische Zwangsarbeiterinnen, die von Lippstadt in das Vernichtungslager Bergen-Belsen geführt werden sollten. 1951 An der Paul-Gerhardt-Straße wird die evangelische Erlöserkirche errichtet. Damit wird einem Bedürfnis der zahlreichen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den Ostprovinzen des ehemaligen Deutschen Reiches Rechnung getragen, die nach dem Krieg in Verl ansässig geworden sind. 1955 Mit der Benennung der Straßen und Wege erhält auch die Dorfstraße in Verl einen amtlichen Namen: Sie heißt nun Hauptstraße. Tatsächlich ist sie zu diesem Zeitpunkt noch die einzige Hauptdurchgangsstraße durch den Ort, über die der Verkehr von Paderborn nach Gütersloh und Bielefeld fließt. Bereits im 19. Jahrhundert führten die Landstraßen von Neuenkirchen und Kaunitz nach Bielefeld über sie, und das Dorf vergrößerte sich, indem Handwerker und Geschäftsleute entlang dieser Straße ihre Häuser errichteten. 1964 Die von der Gemeinde Liemke beantragte Umbenennung wird in Kraft gesetzt: Sie heißt nun „Schloß Holte“, wie das nahe gelegene Schloß. 1966 Die bereits 1964 eingerichtete Realschule bezieht erstmals Räume in ihrem neuen Schulgebäude. Es bildet den ersten Baustein für das zukünftige Schulzentrum in Verl, in dem alle drei weiterführenden Schulformen vertreten sein werden. Im selben Jahr wird die Verbindung der Gütersloher mit der Paderborner Straße in Verl, die mittels eines Durchbruchs geschaffen wurde, freigegeben. 1969 Das Amt Verl wird infolge der Neugliederung des Kreises Wiedenbrück am 31. Dezember aufgelöst. 1970 Am 1. Januar tritt das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück und von Teilen des Kreises Bielefeld vom 4.12.1969“ in Kraft. Die neue Gemeinde Verl besteht aus der ehemaligen Gemeinde Verl (mit Ausnahme des Gebietes westlich der Autobahnauffahrt), der ehemaligen Gemeinde Bornholte, dem westlichen Teil der ehemaligen Gemeinde Sende, der ehemaligen Gemeinde Österwiehe (mit Ausnahme des südwestlichen Endes) und dem südöstlichen Teil der ehemaligen Gemeinde Schloß Holte. Ferner werden aus der ehemaligen Gemeinde Varensell die Gebiete „Bahnhof“ und „Eiserweg“ angegliedert. 1976 Die Gemeinde Verl übernimmt die 1966 eingeweihte Ostwestfalenhalle, die bis zu diesem Zeitpunkt von dem Zweckverband „Großmarkt Kaunitz“ betrieben wurde. 1977 Mit dem Bezug des neugebauten Gymnasiums ist das 1973 anlässlich der Einweihung der Hauptschule nach Konrad Adenauer benannte Schulzentrum fertiggestellt. Im selben Jahr kann das Freibad eröffnet werden. 1978 Die TWE stellt ihren Personenzugverkehr auf der Strecke Gütersloh Verl-Kaunitz-Hövelhof aufgrund der wachsenden Zahl privater Kraftwagen ein. Das Bahnhofsgebäude in Verl wird nun gewerblich genutzt. 1985–1987 Das historische Haus Sender Str. 8 wird renoviert und als Heimathaus eingerichtet, in dem die Siedlungsgeschichte des Verler Landes gezeigt wird. Der benachbarte Kirchplatz wird neu gestaltet. Stadtchronik


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