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Stadtinformationen  | 13 Stadtrundgang gen Broterwerb für die Menschen im Verler Land bildete. Der Künstler wollte seine Arbeit außerdem als Sinnbild für die bis heute bestehende doppelte Beanspruchung der Frau durch ihre Erwerbsarbeit auf der einen und ihr Umsorgen der Familie auf der anderen Seite verstanden wissen. Das Kunstwerk schmückt seit 1997 den Eingang zum sogenannten Ortskern West. Das Rathaus Paderborner Straße (Verl) Das Rathaus präsentiert sich seit 2007 in seiner jetzigen Gestalt: Ein moderner Erweiterungsbau (Architekturbüro Schlattmeier, Herford) umfasst das historische Amtshaus aus dem Jahr 1885. Im Eingangsbereich des Rathauses befindet sich eine Bildhauerarbeit Jörg Immendorffs (1945–2007), die er ursprünglich 1991 im Rahmen eines Wettbewerbs für den Bundestag geschaffen hatte – ein „Adler, rechts drehend“. Einen Abguss erwarb eine Gruppe von Verler Firmen, Bürgerinnen und Bürgern und stellte sie der Stadt Verl als Dauerleihgabe zur Verfügung. Im Foyer hängt auch ein Gemälde von Yvonne von Acht, eine Auftragsarbeit zur Stadtwerdung Verls im Jahr 2010. Es zeigt vor dem Hintergrund des historischen Ortskerns die sieben Tugenden, verkörpert von sieben Frauen, die Weisheit in Gestalt dreier Philosophen und zwei Kinder als Sinnbild der Zukunft. Das Rathaus ist außerdem regelmäßig Ort für Kunstausstellungen. Die Seppeler Kapelle Schillingsweg (Bornholte) Der älteste bekannte schriftliche Beleg für die barocke Feldkapelle, die nach einem benachbarten Hof benannt ist, stammt aus dem Jahr 1661. Die Seppeler Kapelle ist bis heute Station an den Bitt-Tagen und birgt ein kostbares Andachtsbild. Im Jahr 2009 ließ sie die damalige Gemeinde Verl denkmalgerecht restaurieren. Die Markuskapelle Kapellenweg (Kaunitz) Die um 1880 errichtete Kapelle befindet sich auf dem Grund des Hofes Meier Johannliemke. Das kleine im neugotischen Stil gehaltene Bauwerk war über Jahrzehnte das Ziel einer Markus-Bittprozession. Die St.-Maria-Immaculata-Kirche und das Kriegerdenkmal Fürst-Wenzel-Platz (Kaunitz) Der damalige Landesherr Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg legte 1746 den Grundstein für die St.-Maria-Immaculata Kirche als Pfarrkirche für die Bauerschaften Österwiehe und Liemke. 1748 geweiht, trägt sie über dem Portal das gräflich-rietbergische Allianzwappen. Um die Kirche entwickelte sich ein Dorf, das zunächst noch den Namen Neu-Kaunitz trug. Das Kriegerdenkmal neben der Kirche erinnert an die im Ersten Weltkrieg 1914–1918 umgekommenen Soldaten aus dem Kirchspiel Kaunitz. Der Kriegerverein Kaunitz ließ es 1930 dort errichten. Die Gedenktafel für jüdische Zwangsarbeiterinnen Zum Sennebach (Kaunitz) Die Gedenktafel erinnert an die Befreiung von 800 jüdischen Zwangsarbeiterinnen nahe dieser Stelle durch amerikanische Soldaten am 1. April 1945. Die Frauen hatten sich auf einem Todesmarsch von Lippstadt in das Konzentrationslager Bergen-Belsen befunden. Eine Arbeitsgemeinschaft der Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh erforschte das Schicksal dieser Frauen und stellte 1992 einen Antrag auf die Aufstellung einer Gedenktafel. 1995 konnte sie im Beisein einiger der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen eingeweiht werden.


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